Häufige Fragen zum richtigen Blutdruckmessen. Experten antworten. Teil 1

Soll ich meinen Blutdruck nach einer Ruhepause oder zu anderer Zeit messen?

Emotionen, Stress und körperliche Anstrengung können Puls und Blutdruck in die Höhe treiben. Viele Menschen spüren das und messen dann den Blutdruck. Doch das kann irreführend sein – denn ausschließlich der Wert in Ruhe hat Aussagekraft. Daraus kann man folgende Regel ableiten: “Weil fast jede Anstrengung zu einer Blutdruckerhöhung führen kann, sollte eine Messung nach mindestens einer dreiminütigen Pause stattfinden“.

Ebenfalls sollte man eine Stunde vor der Messung nicht rauchen und weder Kaffee, Tee noch Alkohol trinken, weil all das den Blutdruck beeinflussen und dadurch das Messergebnis verfälschen kann.


Wann sind Blutdruckwerte wirklich aussagekräftig?

Wer unter Bluthochdruck leidet, neigt oft dazu, mehrmals am Tag den Blutdruck zu messen – aber normalerweise ist der Wert am Morgen der aussagekräftigste. Deshalb ist es wichtig, dass eine morgendliche Blutdruckmessung auf jeden Fall vor einer Einnahme von Medikamenten erfolgt.

Hohe Blutdruckwerte am Morgen weisen auf ein erhöhtes Risiko hin und erfordern in der Regel eine Veränderung der Arzneiverordnung.


Wie oft soll Blutdruck gemessen werden?

Auf diese Frage soll am besten ihr Hausarzt eine individuelle Antwort geben. In der Regel gilt: in der ärztlichen Diagnosephase und zu Beginn der Therapie sollte eine Messung zweimal am Tag durchgeführt werden Die optimalen Zeitpunkte dafür sind morgens nach dem Aufstehen und in den Abendstunden. Ist die Medikation stabil eingestellt, reicht es, einmal täglich den Druck zu kontrollieren.


Wann muss sofort der Arzt gerufen werden?

In vielen Fällen genügt es in einer solchen Situation oft, einfach einmal abzuwarten und die Messung zu wiederholen. Jedoch kann in gravierenden Fällen eine notfallmäßige Blutdruck-Senkung nötig sein, um bedrohliche Schäden am Herz-Kreislauf-System zu vermeiden.

Ob ein Blutdruck-Anstieg so gefährlich ist, dass sofort ein Notarzt gerufen werden muss, hängt in erster Linie nicht unbedingt allein von der absolut erreichten Blutdruck-Höhe ab. Wenn ein Patient schon viele Jahre einen schlecht eingestellten Blutdruck mit einem Oberwert um 190 mmHg hat, kann er z.B. einen Anstieg auf 220 mmHg für kurze Zeit oft verkraften, ohne dass eine notärztliche Hilfeleistung erfolgen muss. Andererseits könnte bei einem ansonsten gesunden Menschen, z.B. in einer Stresssituation, ein plötzlicher Anstieg des oberen Wertes von 120 auf 180 mmHg bereits außerordentlich gefährlich werden.

Ob von einem extremen Blutdruck-Anstieg eine akute Gefahr ausgeht und man sofort einen Arzt rufen muss, kann man vor allem daran erkennen, wenn Beschwerden gleichzeitig auftreten, wie z. B. Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, verschwommenes Sehen oder starke Übelkeit mit oder ohne Erbrechen. Wenn Sie bei einem derartigen Blutdruck-Anstieg keine Beschwerden feststellen, hängt Ihr richtiges Verhalten von unterschiedlichen Dingen ab. Vielleicht haben Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt schon darüber gesprochen, wie Sie sich in solchen Fällen zu verhalten haben und ob Sie in einer solchen Situationen z. B. ein Medikament, mit dem Sie bereits behandelt worden sind, noch einmal einnehmen können.

Wichtig ist es dabei, dass solche zusätzlichen Tabletten-Einnahmen ausschließlich nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Es muss Ihnen klar sein, dass hohe Blutdruckwerte nicht automatisch Notfall sind, jedoch auch nicht verharmlost werden dürfen und eine möglichst schnelle Abklärung wichtig ist, um Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems und anderer Organe zu vermeiden.


In welcher Höhe soll die Manschette platziert werden?

Hier geht es um die Messung selbst: Blutdruck kann nur dann optimal gemessen werden, wenn die Manschette auf der Höhe des Herzens angelegt wird. Bei einem Oberarmmessgerät ergibt sich das automatisch, aber bei Geräten, die sich im Bereich des Handgelenks befinden, muss der Arm entsprechend der Höhe des Herzens liegen.


Welcher Arm: Rechts oder links?

Generell können Sie Ihren Blutdruck sowohl am rechten als auch am linken Arm messen. Der Blutdruck sollte jedoch immer an dem Arm bestimmt werden, an dem er höher ist. Um dies herauszufinden, sollten Sie bei den ersten Messungen den Blutdruck an beiden Armen messen. Wenn die Werte an einem Arm höher als am anderen Arm ausfallen, sollten Sie bei zukünftigen Messungen immer diesen Arm benutzen. Denn um den Blutdruck beurteilen und evtl. behandeln zu können, sind immer die höheren Werte entscheidend.

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